Anhidrose
Fehlendes Schwitzen wird in der Fachsprache als Anhidrose, vermindertes Schwitzen als Hypohidrose bezeichnet und kann unterschiedliche Ursachen haben. Dazu gehören:
- Fehlen der Schweißdrüsen bei seltenen angeborenen Erkrankungen wie der ektodermalen Dysplasie (Entwicklungsstörung von Organen und Geweben) und der Hauterkrankung Incontinentia pigmenti (Bloch-Sulzberger); aber auch bei Autoimmunkrankheiten wie den Hauterkrankungen Sklerodermie und Sjögren-Syndrom und infektiösen Dermatosen wie der Acrodermatitis chronica atrophicans durch Borrelien.
- Durch extreme Trockenheit der Haut kann es zu einem Verschluss der Ausführungsgänge der Drüsen kommen. Ursachen dafür sind z. B. Ekzeme, die Fischschuppenkrankheit (Ichthyosis) oder die Bildung von Hitzepickeln (Miliaria).
- Fehlendes oder stark vermindertes Schwitzen kann ebenso infolge einer Störung des vegetativen Nervensystems auftreten – hervorgerufen durch seltene Erbkrankheiten (Kongentiale Neuropathie Typ IV und Ross), durch Diabetes mellitus, durch Operationen am Sympathikus (Teil des vegetativen Nervensystems) und durch Infektionen (z. B. Lepra).
- Störungen des zentralen Nervensystems (ZNS), z. B. nach Hirnstamminfarkten, sind ebenfalls als Ursache einer Anhidrose denkbar.

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