Glossar

Geruchssinn

Im Vergleich zur Tierwelt ist der Geruchssinn beim Menschen im Laufe der Jahrhunderte degeneriert. Dennoch haben Gerüche eine besondere Bedeutung. Anders als beim Sehen und Hören werden die Reize ohne Umwege in das Gehirn geleitet. Das bedeutet, dass unsere Geruchsempfindungen auf unbewusster Ebene ablaufen und nicht steuerbar sind. Sie haben eine stark emotionale Komponente. Wir können Gerüche, die wir wahrnehmen, mit persönlichen Erinnerungen an Orte, Personen und Ereignisse assoziieren. Im emotionalen Bereich spielen Gerüche eine große Rolle. Geruchserinnerungen werden schon im frühen Kindesalter gespeichert und rufen bestimmte Gefühle hervor. Der Säugling nimmt den Eigenduft der mütterlichen Haut bereits nach wenigen Stunden wahr und erkennt seine Mutter so in den ersten Lebenswochen nur am Geruch. Außerdem können Gerüche Schutzreflexe wie Niesen oder Würgen auslösen. Bei bestimmten Erkrankungen kann es hingegen zu Störungen des Geruchssinns kommen.