Hyperhidrose
Mit diesem Fachausdruck bezeichnet man eine vermehrte und übermäßige Schweißproduktion (griechisch: Hyper = zu viel, hidros = Wasser). Man unterscheidet die primäre von der sekundären Hyperhidrosis und die generalisierte von der umschriebenen (oder auch fokalen) Hyperhidrosis.
Bei ungefähr 1 % der Menschen arbeitet das vegetative Nervensystem, fachsprachlich Sympathikus, auf einem zu hohen Niveau – weit höher als nötig, um die Körpertemperatur konstant zu halten. In diesem Fall ist das Schwitzen jedoch kein Symptom, sondern stellt selbst die Krankheit dar: Die so genannte primäre Hyperhidrosis wird auch als emotionales Schwitzen bezeichnet. Hiervon unterschieden wird die sekundäre Hyperhidrose. Sie entsteht bei Grundkrankheiten wie Diabetes mellitus, Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), Krebserkrankungen etc. Hyperhidrose ist auch genetisch bedingt (Gene).
Die Angst, die Schweißausbrüche nicht kontrollieren zu können, verstärkt den Effekt. Es entsteht ein Teufelskreis. Jede Körperregion kann betroffen sein. Am häufigsten und schwersten ist die Schweißproduktion an Händen und Achselhöhlen, Kopf und Hals sowie Rumpf und Füßen. Übermäßiger Handschweiß ist die unangenehmste und folgenreichste Form der Hyperhidrose. Viele Menschen mit diesem Leiden sind in ihrer Berufswahl eingeschränkt und scheuen sich, beim Gruß die Hand zu geben. Manche Patienten vermeiden sogar vollends persönlichen Kontakt mit anderen. Je nach Ausprägung kommen als therapeutische Maßnahmen Antitranspirants, Botulinumtoxin A, Iontophorese und operative Verfahren zum Einsatz.
Hier einige Tipps, um die Schweißproduktion nicht noch zusätzlich anzukurbeln:
- lockere, luftige Baumwollkleidung tragen
- Lederschuhe mit Ledersohle wählen
- koffeinhaltige Getränke (Kaffee, Tee, Cola) meiden
- auf Alkohol verzichten
- bei Wärme keine sehr heißen oder zu kalten Getränke trinken
- Finger weg von scharfen Gewürzen und kalorienreicher Kost
- täglich kurz mit lauwarmem Wasser duschen
- Antitranspirants verwenden
- Stressabbau durch Entspannungsübungen, z. B. leichter Sport an frischer Luft
- Wassertreten und Schneegehen bei Fußschweiß
Die Therapieformen der Hyperhidrose erstrecken sich auf die Gebiete der Homöopathie, der Anticholinergika, auf die Anwendung von Botox, der Iontophorese und Operationen wie die Sympathektomie oder die subkutane Suctionskürettage. Es wird zwischen der offenen Sympathektomie und der minimal-invasiven endoskopischen Sympathektomie unterschieden. Bei der offenen Sympathektomie wird über eine offene Thorakotomie das zweite und dritte Ganglion des sympathischen Grenzstranges durchtrennt. Bei der thorakoskopischen Methode erfolgt der Zugangsweg mittels einer endoskopischen Technik. Auch hier wird das zweite und dritte Ganglion des sympathischen Grenzstranges durchtrennt, allerdings mittels der Einwirkung von Hitze. Bei der subkutanen Sucionskürettage werden die Schweißdrüsen ähnlich wie bei der Liposuction entfernt.

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